Die  Bedeutung der alten Bahntrasse für die
Stadtentwicklung im Braunschweiger Westen
von Mario Helterhoff und Thorsten Kuhlwein

 


Im Rahmen einer  Diplomarbeit im Bereich Stadtplanung an der Universität Kassel haben  sich die Studenten Mario Helterhoff und Thorsten Kuhlwein im Jahr  2003 mit dem Nordwestlichen Ringgebiet und insbesondere mit dem Ringgleis  beschäftigt. Die Arbeit setzt sich zum einen aus Vorschlägen zur Umgestaltung  des Ringgleises zu einer attraktiven Wegeverbindung und zum anderen  aus städtebaulichen Entwürfen im Bereich Nord-Westliches Ringgebiet  zusammen.



Der Ringgleisweg


 

In der Diplomarbeit  werden Umgestaltungsvorschläge, die sowohl den Freiraummangel im  Quartier als auch die fehlenden Wegeverbindungen kompensieren sollen,  gemacht. Entlang des fast vier Kilometer langen Ringgleises bietet  es sich an abwechslungsreiche Freiräume für Naherholung, wie Spielplätze  und Aufenthaltsorte, für die angrenzenden Wohngebiete zu schaffen.  Am Ringgleisweg befinden sich neben Einrichtungen wie der Kunsthochschule  und dem Klinikum Celler Straße auch Geschäfte zur Nahversorgung  sowie mehrere Schulen und Kindergärten, so dass der Strecke für  alltägliche Wege eine sehr hohe Bedeutung zukommt. Das erfordert  einen hochwertigen Ausbau, dazu gehören u.a. Beleuchtung, Querungsmöglichkeiten  an den Straßen und öffentliches Mobiliar.
Als attraktive Freizeitverbindung wird das Ringgleis auch über den  Stadtteil hinaus eine Bedeutung im Fuß- und Radwegenetz der Stadt  erhalten, daher wird eine Verknüpfung und Verbindung mit anderen  Freizeitwegen und -zielen wie dem Westpark und dem Ölper See vorgeschlagen.  Der Weg soll damit für verschiedene Nutzer wie Spaziergänger und  Jogger aber auch für schnellere Fortbewegungsarten wie Radfahrer  und Inlineskater brauchbar sein.
Die Bedeutung des Ringgleisweges als Freizeitweg für ganz Braunschweig  wird ihn auch als Veranstaltungsort attraktiv machen. So können  sich hier Veranstaltungen, Ausstellungen (z.B. Projekte der HBK)  und andere kulturelle Aktivitäten etablieren. Der Ausbau des Weges  sieht daher die Einrichtung flexibel nutzbarer Flächen vor. Die  in den letzten Jahren bereits erfolgreich auf dem Ringgleis veranstalteten  Flohmärkte sind in diesem Sinne ein gute und richtungsweisende Beispiele.  Des weiteren kann der Weg an die Identität und Vergangenheit des  Westlichen Ringgebietes erinnern, indem hier Exponate der Industriegeschichte  ausgestellt und inszeniert werden. Insgesamt kann der Ringgleisweg  damit zu einer bekannten Adresse in Braunschweig werden und zur  Schaffung eines positiven Images des Stadtteils beitragen.



Städtebauliche  Entwürfe

Entlang  des Ringgleisweges liegen diverse Gewerbe- und Industrieflächen brach.  Um zu einer deutlichen Aufwertung dieses Stadtteils zu gelangen, ist eine  Neuordnung dieser Bereiche vorzunehmen. In der Diplomarbeit wurden daher  drei Gewerbebrachen im Nord- Westlichen- Ringgebiet bearbeitet: die ehemalige  Konsumgroßbäckerei an der Hermannstraße, die alte Jutefabrik an der Spinnerstraße  und das Werksteiggelände am Klinikum Celler Straße.

 

Der Entwurf  für die ehemaligen Konsumgroßbäckerei sieht vor, hier ein Quartiers-  und Veranstaltungszentrum einzurichten (Kulturhof), welches das  erhaltenswerte Gebäude der Brotfabrik mit seiner markanten Industriearchitektur  der 20er Jahre in Szene setzt. Des weiteren wird hier eine ergänzende  Wohnbebauung und Studentenwohnungen unmittelbar am Ringgleisweg  vorgeschlagen.

PDF-Dokument:
Präsentationsplakat 2: Planungsgebiet Brotfabrik


Das Gelände  der ehemaligen Jutefabrik im Quartier Eichtal liegt unmittelbar  an der Oker, hier wird der Ringgleisweg mit einer neuen Fußgängerbrücke  über den Fluss geführt und trifft auf den Oker begleitenden Weg  in Richtung Ölper See. Der hier von Norden angrenzende Grünzug wird  auf dem Gelände der ehemaligen Jutefabrik fortgesetzt. Durch neue  Wohngebäude soll zwischen dem bestehenden Quartier Eichtal und der  Oker vermittelt werden. Auch zum nördlich gelegenen Ringgleisweg  wird als Übergang nachfrageorientierter Wohnungsbau vorgeschlagen.

PDF-Dokument:
Präsentationsplakat 3: Planungsgebiet Eichtal

 


 

Der dritte Entwurf  befasst sich mit der Brache des alten Verladebahnhofs Werksteig.  Das südlich angrenzende Klinikum plant mittelfristig eine Erweiterung  auf diesem Gelände, was einer komfortablen Fortsetzung des Ringgleisweges  in diesem Bereich entgegensteht. Die Planung sieht vor, die neuen  Klinikumsgebäude über dem Werksteiggelände aufzuständern und an  die etwas höher gelegenen bestehenden Klinikumsgebäude anzuschließen.  Dadurch besteht die Möglichkeit den Ringgleisweg mit direkter Führung  unter den Gebäuden hindurch - eingebettet in einen Park - anzulegen.

PDF-Dokument:
Präsentationsplakat 4: Planungsgebiet Klinikum Celler Straße


Die Entwürfe und  Beschreibungen sind geistiges Eigentum der Verfasser. Weitergabe, Vervielfältigung  und Nutzung sind nur mit schriftlicher Genehmigung und unter Nennung  der Verfasser erwünscht.

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Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an das Braunschweiger  Forum e.V.